Nordsee mit dem Wohnmobil – unsere entspannte Reise durch Ostfriesland und Cuxhaven
Aktualisiert: vor 1 Tag
Von Neuharlingersiel über Cuxhaven bis Carolinensiel – mit Radtouren am Deich, Seehunden, Krabbenkuttern und genügend Zeit, Pläne auch einmal zu ändern.

Eigentlich war die Lüneburger Heide das große Ziel dieser Reise. Wir wollten schon lange einmal zur Heideblüte dorthin und haben die Gelegenheit genutzt, vorher noch einige Tage an der Nordsee zu verbringen.
Vom 8. bis 26. August 2026 waren wir insgesamt 19 Tage unterwegs. Mit Oskar haben wir 1.807 Kilometer zurückgelegt. Unser Tracker kam sogar auf 2.079 Kilometer – dort sind allerdings auch unsere Strecken zu Fuß, mit dem Fahrrad und auf dem Schiff enthalten.
Aus den geplanten „paar Tagen an der Nordsee“ ist am Ende eine ziemlich abwechslungsreiche Reiseetappe geworden. Wir standen zweimal in Neuharlingersiel, verbrachten einige Tage in Cuxhaven-Duhnen, machten Radtouren entlang der Küste, beobachteten Seehunde, erlebten Krabbenfang auf einem Fischkutter und änderten zwischendurch auch einfach unseren Plan.
Genau so reisen wir inzwischen gerne.
Unsere Nordsee-Etappe im Überblick
Unsere tatsächliche Route war nicht ganz geradlinig:
Neuharlingersiel →
Bensersiel per E-Bike →
Cuxhaven-Duhnen →
Sahlenburg →
Werdum →
erneut Neuharlingersiel →
Seehundsfahrt vor Langeoog →
Wilhelmshaven →
Carolinensiel und Harlesiel
Wilhelmshaven war dabei ein Tagesausflug. Auch Bensersiel haben wir nicht mit Oskar, sondern mit den E-Bikes besucht. Werdum wiederum war ein spontaner Übernachtungsstopp, weil es anderswo keinen passenden freien Platz mehr gab.
Neuharlingersiel – erst einmal ankommen
Unser erster längerer Halt an der Küste ist Neuharlingersiel.
Wir finden einen Stellplatz direkt an der Nordsee und machen uns kurz nach der Ankunft zu Fuß auf den Weg in den Ort. Unser erstes Ziel ist allerdings weniger kulturell als kulinarisch: ein frisches Krabbenbrötchen.

Danach schlendern wir um das historische Hafenbecken. Krabbenkutter, Backsteinhäuser und kleine Restaurants geben dem Hafen genau die Atmosphäre, die wir uns von einem ostfriesischen Fischerdorf vorgestellt haben.

Vom Hafen geht es weiter auf den Deich. Von oben reicht der Blick über das Wattenmeer und auf der anderen Seite über das flache Hinterland.

Direkt am Deich befinden sich Grün- und Sandstrand.
Nach einem Drink in der Strandbar gehen wir gemütlich zurück zu Oskar.
Genau so mögen wir Ankunftstage: erst einmal orientieren, etwas essen, ans Wasser gehen – und nicht direkt versuchen, den ganzen Ort an einem Nachmittag zu erledigen.

WoMo60Plus kompakt – Neuharlingersiel
Stellplatz: Wohnmobilstellplatz
am Ostanleger
Lage: direkt an Hafen und Nordsee
Preis 2026: 20 € pro Tag zzgl.
Gästebeitrag und
ggf. Strom
Max. Aufenthalt: 3 Nächte
Reservierung: nein
Ver- und Entsorgung: vorhanden
WC: öffentliche Toiletten in der Nähe
Fahrzeuglänge: laut Betreiber bis 9 m
Oskar-Eignung: sehr gut
Unser Hinweis: Möglichst nicht zu spät anreisen. Wir haben selbst erlebt, dass der Platz am Nachmittag komplett belegt sein kann.
Mit dem E-Bike nach Bensersiel
Am nächsten Tag lädt das Wetter nicht gerade zum Baden ein. Also holen wir unsere E-Bikes heraus und fahren in das rund zehn Kilometer entfernte Bensersiel.
Der Weg führt uns am asphaltierten Außendeich entlang Richtung Hafen. Die Strecke ist angenehm flach und lässt sich entspannt fahren. Nur der Wind kann an der Küste schnell zeigen, dass fehlende Höhenmeter nicht automatisch bedeuten, dass eine Tour ganz ohne Anstrengung ist.


Nach einer kleinen Stärkung am Hafen gehen wir weiter zum Sandstrand.
Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch einen Abstecher durch den Kurpark. Dort stehen mehrere Strandkörbe, die sich wunderbar für eine Pause eignen, bevor wir am Innendeich wieder zurück nach Neuharlingersiel radeln.
WoMo60Plus-Radtour – Neuharlingersiel nach Bensersiel
Strecke: etwa 20 km hin und zurück
Höhenmeter: sehr gering
Untergrund: überwiegend befestigt bzw. asphaltiert
Schwierigkeit: leicht
E-Bike: sehr gut geeignet
60+-Eignung: sehr gut, bei stärkerem Küstenwind etwas anstrengender
Unser Tipp: Nicht nur die Strecke fahren. Hafen, Strand und Kurpark machen aus der Tour einen entspannten halben oder ganzen Ausflugstag.
Neuharlingersiel genauer entdecken
Der nächste Morgen beginnt im Dattein, einer gemütlichen friesischen Kneipe direkt am Hafen. Der Name bedeutet auf Plattdeutsch „dreizehn“.

Nach einem reichhaltigen Frühstück fahren wir mit den E-Bikes ins BadeWerk. Nordsee-Meerwasser und Dampfsauna sind für uns eine schöne Gelegenheit, den Tag etwas ruhiger anzugehen.
Heute gehören zum BadeWerk weiterhin ein Meerwasser-Hallenbad und eine Saunalandschaft. Die Zeiten unterscheiden sich je nach Wochentag; 2026 ist das Hallenbad beispielsweise meist bis 18 Uhr geöffnet, während die Sauna an vielen Tagen bis 21 Uhr offen ist. Weil sich Zeiten und Wartungsphasen ändern können, würden wir vor einem Besuch immer noch einmal aktuell nachsehen.
Ein ungeplanter Moment an der Seriemer Mühle
Anschließend fahren wir zur Seriemer Mühle.
Dort passiert etwas, das uns bis heute besonders in Erinnerung geblieben ist.
Wir treffen zufällig den Vorsitzenden des Mühlenvereins. Der Wind steht günstig – und so fragt er uns, ob wir gemeinsam mit ihm die Mühle anwerfen wollen. Was für eine Frage!

Wir klettern bis nach oben in die Kappe. Dort wird die Bremse gelöst, und nach und nach beginnen die Zahnräder ineinanderzugreifen.
Wir bekommen ausführlich erklärt, wie die Technik funktioniert, und nehmen später sogar noch frisch gemahlenes Weizen- und Grießmehl mit.
Solche Erlebnisse lassen sich nicht bestellen. Vielleicht bleiben sie gerade deshalb länger im Gedächtnis als manches Must-see.
Die Seriemer Mühle stammt aus dem Jahr 1804. Die Gemeinde bezeichnet sie als einstöckigen Galerieholländer mit weitgehend erhaltener Mühlentechnik; die denkmalgeschützte Mühle steht laut Gemeinde ganzjährig zur kostenlosen Besichtigung offen.
Sielhof und Schöpfwerk
Weiter geht es über den Sielhof zum Siel- und Schöpfwerk.
Hier wird uns bewusst, welche Bedeutung die Entwässerung für das niedrig gelegene ostfriesische Binnenland hat. Bei Ebbe kann Wasser über die Sieltore abfließen, bei ungünstigen Bedingungen unterstützen Pumpen.
Durch den Kutterhafen radeln wir später wieder zurück zu Oskar.
Sielhof Siel- und Schöpfwerk
Weiter nach Cuxhaven-Duhnen
Nach unseren ersten Tagen in Neuharlingersiel fahren wir ungefähr 150 Kilometer weiter nach Cuxhaven.
Da warme Tage angekündigt sind, möchten wir möglichst dicht an den Strand.
Unsere Wahl fällt auf den Strandparkplatz Duhnen, den wir während der Reise schlicht „Stellplatz Duhnen“ nennen.
Das passt: Vom Wohnmobil sind es nur ungefähr 200 Meter bis zum Badestrand.
Der Stellplatz liegt nur rund 200 Meter vom Strand entfernt und bietet auch für größere Wohnmobile ausreichend Platz. Die wichtigsten aktuellen Stellplatzdaten haben wir unten kompakt zusammengefasst.

WoMo60Plus kompakt –
Stellplatz Duhnen
Adresse: Duhner Allee 2,
27476 Cuxhaven-Duhnen
GPS: ca. 53.8842, 8.6475
Anzahl Stellplätze: rund 60
Strand: ca. 200 m
Ortszentrum: wenige Gehminuten
Strom: vorhanden
Frischwasser/V&E: vorhanden
WC/Dusche: vorhanden
Reservierung: nein
Untergrund: Pflaster/Schotter
Oskar-Eignung: sehr gut
Bordatlas nennt aktuell 18 € für Wohnmobil und zwei Personen, Strom 5 € pro Tag sowie zusätzliche Kurtaxe. Da es sich hierbei nicht um die kommunale Betreiberseite handelt, würden wir Preise unmittelbar vor der Anreise noch einmal überprüfen.
Sonnenfinsternis über Duhnen
Kaum angekommen, erleben wir etwas, das mit der eigentlichen Reiseplanung überhaupt nichts zu tun hatte.
Am 12. August ist eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen.
Der Himmel ist ausreichend klar, und mit geeigneten Schutzbrillen können wir das Schauspiel vom Strand aus beobachten.


Später folgt noch ein wunderschöner Sonnenuntergang.
Für unseren ersten Abend in Duhnen hätte es kaum besser laufen können.
Mit dem Fahrrad durch Cuxhaven
Am nächsten Tag starten wir mit unseren E-Bikes Richtung Deich.
Eigentlich möchten wir später noch in die Nordsee. Das Hochwasser lässt allerdings noch auf sich warten, also fahren wir zunächst über Döse zur Kugelbake.
Dort stellen wir die Räder ab, machen Pause und beobachten die großen Containerschiffe auf dem Weg Richtung Hamburg.
Weiter geht es zur Alten Liebe. Dort steht auch das historische Semaphor.
Warum heißt die Alte Liebe eigentlich so?
Die Aussichtsplattform an der Elbe geht auf das Jahr 1733 zurück. Damals wurden hier alte Schiffe versenkt und zu einem Wellenbrecher und Anleger ausgebaut. Eines dieser Schiffe soll „Die Liebe“ geheißen haben – daher vermutlich der ungewöhnliche Name. Ganz sicher ist diese Geschichte allerdings nicht, denn es gibt noch eine zweite Überlieferung zur Namensherkunft. Heute ist die Alte Liebe vor allem ein schöner Aussichtspunkt, um die großen Schiffe auf der Elbe aus nächster Nähe zu beobachten.
Wenn man Glück hat, werden an manchen Tagen, Informationen zu den vorbeifahrenden Schiffe über Lautsprecher verkündet.
Anschließend fahren wir durch Cuxhaven, vorbei am Wasserturm und wieder Richtung Strand.
an der "Alten Liebe" Semaphor Wasserturm
Aus dem geplanten Bad wird trotzdem nichts.
Das Wasser ist inzwischen schon wieder auf dem Rückzug und gerade einmal ungefähr kniehoch. Also machen wir eben eine kleine Wattwanderung daraus.
Nordsee eben.
WoMo60Plus-Radtour: Duhnen – Kugelbake – Alte Liebe
Charakter: flach und überwiegend angenehm zu fahren
Schwierigkeit: leicht
E-Bike: sehr gut geeignet
Highlights: Deich, Kugelbake, Elbmündung, Schiffsverkehr, Alte Liebe, Semaphor
In den touristisch stark frequentierten Bereichen sollte man genügend Rücksicht auf Fußgänger nehmen. An einzelnen Stellen kann Schieben sinnvoll oder vorgeschrieben sein.
Sahlenburg und Duhner Heide
Von Duhnen fahren wir an einem weiteren Tag mit unseren E-Bikes in das rund sechs Kilometer entfernte Sahlenburg.
Der Weg führt direkt an der Duhner Heide vorbei.
Hier steigen wir vom Fahrrad und machen einen kleinen Spaziergang. Blühende Heide und Sanddorn sind für uns gleichzeitig ein Vorgeschmack auf das nächste große Ziel unserer Reise.
Danach fahren wir weiter nach Sahlenburg.
Und weil wieder einmal Ebbe ist, endet unser geplantes Nordseebad diesmal im Waldschwimmbad.
Man lernt dazu.
Werdum – Plan C funktioniert auch
Nach Cuxhaven wollen wir nach Harlesiel, um unseren Sohn mit seiner Familie zu treffen.
Der dortige Stellplatz sagt uns bei der Ankunft allerdings nicht zu.
Also fahren wir weiter nach Neuharlingersiel.
Voll.
Damit kommt Plan C ins Spiel.
Wir fahren in das rund fünf Kilometer entfernte Werdum und bekommen dort tatsächlich noch den letzten freien Stellplatz.
Die Nacht ist angenehm ruhig. Mehr sehen wir von Werdum dieses Mal allerdings nicht.
Deshalb machen wir daraus auch im Nachhinein keine Sehenswürdigkeit.
Werdum war für uns an diesem Abend einfach eine gute Lösung.
Noch einmal Neuharlingersiel
Am nächsten Morgen fahren wir früh wieder zum Ostanleger.
Diesmal haben wir Glück.
Es gibt noch zwei freie Plätze – und sogar der Platz, auf dem wir wenige Tage zuvor gestanden hatten, ist wieder frei.
Da unser Sohn mit seiner Familie nur wenige Kilometer entfernt in Carolinensiel wohnen, machen wir Neuharlingersiel für die kommenden Tage noch einmal zu unserer Basis.
Genau das ist für uns inzwischen ein Vorteil des Reisens ohne großen Zeitdruck:
Wenn ein Ort gut passt, spricht nichts dagegen, zurückzukommen.
Seehunde und Krabbenfang vor Langeoog
Eines der Highlights dieser Tage wird unsere Fahrt mit dem Fischkutter „Gorch Fock“.
Wir fahren von Neuharlingersiel zu den Seehundsbänken vor Langeoog und können die Tiere auf einer Sandbank beobachten.

Auf der Rückfahrt lässt der Kutter ein Schleppnetz ins Wasser.
Nach kurzer Zeit wird es wieder eingeholt. Neben Krabben befinden sich verschiedene Fische im Netz. Der Kapitän erklärt uns ausführlich, was dort gerade vor uns liegt. Ein Teil des Fangs wird kurz zu Anschauungszwecken gezeigt, der Rest kommt wieder zurück ins Meer.
Langeoog selbst besuchen wir auf dieser Reise nicht.
Aber vom Wasser aus kommen wir der Insel immerhin ziemlich nahe.
Die „Gorch Fock“ fährt auch 2026 weiterhin ab Neuharlingersiel. Angeboten werden unter anderem Fahrten mit Seehundbeobachtung und Netzfang; Art, Dauer und Preis unterscheiden sich je nach Tour und können wetterbedingt geändert werden.
WoMo60Plus-Tipp: Auch im Sommer eine zusätzliche Jacke mitnehmen. Auf dem Wasser fühlt sich das Wetter schnell anders an als hinter dem Deich.
Wilhelmshaven – perfektes Programm für einen grauen Tag
Nicht jeder Tag an der Nordsee besteht aus Strand und Sonne.
Als das Wetter schlechter wird, fahren wir mit unserem Sohn und seiner Familie nach Wilhelmshaven.
Zunächst besuchen wir das Aquarium.
Danach gibt es ein Fischbrötchen am Hafen – schließlich muss man Prioritäten setzen – und anschließend geht es weiter ins Deutsche Marinemuseum.
Aquarium Wilhelmshaven
Uns gefällt besonders die Mischung aus heimischen Meeresbewohnern, größeren Aquarien und den weiteren Tierbereichen.
Das Aquarium ist 2026 in der Hauptsaison bis zum 8. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt für Erwachsene beträgt aktuell 21 €. Das Aquarium ist barrierefrei zugänglich und eignet sich sehr gut für einen entspannten Schlechtwettertag.
Deutsches Marinemuseum
Besonders beeindruckt uns anschließend die Mölders.

Der ehemalige Lenkwaffenzerstörer ist begehbar. Auf unserem Rundgang kommen wir unter anderem auf die Brücke, durch die Kombüse, zu Schlafbereichen und in den früheren medizinischen Bereich mit OP-Tisch.
Damit bekommt man zumindest einen Eindruck davon, wie das Leben auf einem solchen Schiff ausgesehen haben muss.
Das Deutsche Marinemuseum liegt nur wenige Meter vom Aquarium entfernt. Von April bis Oktober ist es täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet; der reguläre Eintritt für Erwachsene beträgt derzeit 16 €. Auch Wohnmobilparkmöglichkeiten werden am Helgoland-Kai ausgewiesen.
Unser Schlechtwetter-Tipp
Aquarium + Deutsches Marinemuseum lassen sich sehr gut an einem Tag miteinander kombinieren.
Genau so haben wir es gemacht – und würden es wieder tun.
Carolinensiel – Hafenflair und Lakritzgefahr
Am nächsten Tag werden wir von von unserem Sohn und seiner Familie am Stellplatz abgeholt und fahren gemeinsam nach Carolinensiel.
Wir spazieren durch den historischen Ortskern und rund um den Museumshafen.
Interessant finden wir die Verbindung der drei Hafenbereiche:
vom historischen Sielhafen über den weiteren Verlauf der Harle bis hinaus nach Harlesiel.
Auf der Harle begegnet uns auch der Raddampfer. Mitgefahren sind wir diesmal allerdings nicht.

Natürlich gehört zu einem Ortsbummel auch ein wenig Einkaufen.
Und dann entdecken wir einen Laden mit Gummibärchen und Lakritz.
Solche Läden sind gefährlich.
Ohne Lakritz wieder herauszugehen, ist jedenfalls keine realistische Option.
Harlesiel – nicht jeder Stellplatz muss uns gefallen
Von Carolinensiel geht es weiter Richtung Harlesiel.
Wir spazieren am Strand und schauen uns den Außenhafen an.
Den Wohnmobilstellplatz kennen wir zu diesem Zeitpunkt schon von unserer ersten Anfahrt. Damals haben wir uns bewusst dagegen entschieden und sind weitergefahren.
Das heißt ausdrücklich nicht, dass der Platz schlecht ist.
Er hat für uns in diesem Moment einfach nicht gepasst.
Der heutige Wohnmobilhafen an der Mole verfügt über 60 Stellplätze direkt zwischen Strand und Hafeneinfahrt. Sanitäranlagen, Strom, WLAN und weitere Infrastruktur sind vorhanden. Die Stellplätze werden vom Betreiber mit 10 × 5 Metern angegeben und wären damit auch für Oskar ausreichend groß. Eine Reservierung ist nicht möglich. Wegen der exponierten Lage kann der Platz bei erhöhten Wasserständen oder Hochwasser vorübergehend geschlossen werden.
WoMo60Plus-Eignung für Oskar: gut bis sehr gut, wenn Lage und Atmosphäre den eigenen Vorstellungen entsprechen.
Was nicht geklappt hat – und warum das okay war
Langeoog und Spiekeroog hätten wir ebenfalls gerne besucht.
Geschafft haben wir beide Inseln diesmal nicht.
Auch mit dem Baden in der Nordsee lief es nicht immer nach Plan. Die Tide hat eben ihren eigenen Terminkalender.
Der Stellplatz in Harlesiel passte für uns nicht. Neuharlingersiel war bei unserer Rückkehr zunächst voll. Also sind wir nach Werdum gefahren und haben es am nächsten Morgen noch einmal versucht.
Früher hätten wir vielleicht versucht, trotzdem noch alles in diese Reise zu packen.
Heute sehen wir das entspannter.
Was wir nicht schaffen, läuft nicht weg.
Unser WoMo60Plus-Fazit
Unsere Nordsee-Etappe ist abwechslungsreicher geworden, als wir zu Beginn erwartet hatten.
Neuharlingersiel hat uns besonders gut gefallen und wurde gleich zweimal zu unserer Basis. Hafen, Deich, Fahrradmöglichkeiten und die kurzen Wege passen sehr gut zu unserer Art zu reisen.
Cuxhaven-Duhnen war dagegen deutlich größer und lebhafter, bot uns dafür mit Strand, Kugelbake, Alter Liebe, Sahlenburg und Duhner Heide viel Abwechslung.
Auch der Regentag in Wilhelmshaven war kein verlorener Urlaubstag – im Gegenteil.
Vor allem aber hat uns diese Etappe wieder gezeigt, dass wir nicht jeden Punkt einer Liste abarbeiten müssen.
Ein guter Stellplatz, unsere Fahrräder, etwas Zeit und die Bereitschaft, einen Plan gelegentlich zu ändern, reichen meistens völlig aus.
Danach verabschieden wir uns von der Küste. Unser eigentliches Reiseziel wartet schon:
die Lüneburger Heide zur Heideblüte.
Entspannt reisen. Mehr erleben.
Häufige Fragen zu unserer Nordsee-Reise
FAQ für den Nordsee-Reisebericht
Wie lange sollte man für eine Wohnmobilreise an die Nordsee einplanen?
Für Neuharlingersiel, Cuxhaven und einige Ausflüge würden wir mindestens eine Woche einplanen. Wer langsamer reist oder zusätzlich Inseln besuchen möchte, kann problemlos länger bleiben.
Ist Neuharlingersiel für größere Wohnmobile geeignet?
Ja. Der Wohnmobilstellplatz am Ostanleger ist auch für größere Fahrzeuge geeignet. Mit Oskar, unserem Rapido M96 mit 7,54 Metern Länge, hatten wir dort keine Probleme.
Kann man Neuharlingersiel und Bensersiel gut mit dem Fahrrad verbinden?
Ja. Wir sind die Strecke selbst mit den E-Bikes gefahren. Sie ist weitgehend flach und angenehm zu fahren. Der Küstenwind kann allerdings spürbar sein.
Welcher Stellplatz eignet sich in Cuxhaven-Duhnen?
Wir standen auf dem Stellplatz Duhnen in der Duhner Allee, nur rund 200 Meter vom Strand entfernt. Für uns war die Lage sehr praktisch.
Was kann man bei schlechtem Wetter an der Nordsee machen?
Uns hat der Ausflug nach Wilhelmshaven sehr gut gefallen. Aquarium und Deutsches Marinemuseum lassen sich dort gut an einem Tag kombinieren.
Kann man von Neuharlingersiel zu den Seehundsbänken fahren?
Ja. Wir haben eine Fahrt mit der Gorch Fock zu den Seehundsbänken vor Langeoog gemacht und dabei auch den Krabbenfang mit dem Schleppnetz erlebt.
Muss man an der Nordsee die Gezeiten berücksichtigen?
Unbedingt. Wir haben mehrfach erlebt, dass aus dem geplanten Baden nichts wurde, weil das Wasser bereits wieder weg war. Ein Blick auf die Tidezeiten gehört für uns inzwischen einfach dazu.




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